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Selbstständig und überschuldet: Die unterschätzte Risikogruppe

Selbstständig und überschuldet: Die unterschätzte Risikogruppe

Wenn der Traum vom eigenen Business zum Albtraum wird

Selbstständige gelten als mutig, als Macher, als Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Doch die Statistik zeigt: Selbstständige sind besonders häufig von Überschuldung betroffen. Die Gründe sind vielfältig, aber sie folgen einem Muster.

Am Anfang steht oft Optimismus. Die Geschäftsidee ist gut, die ersten Kunden sind begeistert, die Zahlen sehen vielversprechend aus. Also wird investiert. In Ausstattung, in Marketing, in Personal. Oft mit geliehenem Geld.

Der langsame Abstieg

Dann kommen die ersten Rückschläge. Ein Großkunde fällt weg. Ein Projekt verzögert sich. Die Kosten laufen weiter, aber die Einnahmen stocken. Der Selbstständige greift in die eigene Tasche, nutzt Rücklagen, schiebt private Ausgaben auf.

Parallel laufen Kredite weiter. Die Bank will ihre Raten, egal ob Umsatz da ist oder nicht. Lieferanten wollen bezahlt werden. Das Finanzamt will Steuern und Sozialabgaben. Und der Selbstständige arbeitet mehr, immer mehr, in der Hoffnung, durch höhere Aktivität aus der Krise zu kommen.

Doch mehr Arbeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld. Manchmal bedeutet es nur mehr Kosten und mehr Stress. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht.

Die Besonderheiten selbstständiger Schulden

Selbstständige haben es in der Überschuldung besonders schwer. Sie fallen oft durchs soziale Netz. Kein Arbeitslosengeld, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, oft unzureichende Krankenversicherung.

Gleichzeitig haften sie oft mit ihrem Privatvermögen. Wer als Einzelunternehmer oder GbR tätig ist, haftet persönlich und unbeschränkt. Die geschäftlichen Schulden werden zu privaten Schulden.

Besonders bitter: Steuerschulden. Das Finanzamt ist ein gnadenloser Gläubiger. Wer Umsatzsteuer nicht abführt oder Sozialabgaben nicht zahlt, bekommt schnell Probleme. Und anders als bei privaten Gläubigern gibt es hier kaum Verhandlungsspielraum.

Wege aus der Krise

Für Selbstständige ist professionelle Beratung besonders wichtig. Die Frage lautet: Ist das Geschäftsmodell grundsätzlich tragfähig oder nicht? Wenn ja, kann eine Sanierung helfen. Wenn nein, ist eine geordnete Aufgabe besser als ein jahrelanges Durchwursteln.

Die Good Capital (good-capital-ag.de) hat sich auf Selbstständige und kleine Unternehmen spezialisiert. Sie prüfen nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch das Geschäftsmodell selbst. Oft finden sie Optimierungspotenziale, die den Unterschied zwischen Scheitern und Überleben ausmachen.

Die Konrad Sanierungs GmbH (konrad-sanierung.com) arbeitet eng mit Steuerberatern zusammen, um auch Steuerschulden in den Sanierungsplan einzubeziehen. Beim Finanzamt lässt sich durchaus verhandeln, wenn ein professioneller Plan vorliegt.

Die PLuSan GmbH (plusan.at) in Österreich kennt die österreichischen Besonderheiten für Selbstständige und kann auch bei SVA-Schulden (Sozialversicherung der Selbstständigen) vermitteln.

Selbstständig zu sein ist ein Risiko. Aber es muss nicht in der Katastrophe enden, wenn man rechtzeitig gegensteuert.

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